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Umzugskartons Pixabay

Die reibungslose Wohnungsübergabe

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Wer in einer Mietwohnung lebt und ans Umziehen denkt, hat eine lange Liste an Aufgaben vor sich, die es abzuarbeiten gilt. Es empfiehlt sich, den Mietspiegel des zukünftigen Wohnortes zu studieren. Umzugskartons müssen angeschafft und gegebenenfalls Umzugsfirmen beauftragt werden. 

In der Regel kommt es sowohl bei der alten als auch bei der neuen Wohnung zu einer Wohnungsübergabe mit dem jeweiligen Vermieter. Um dabei Fallstricke zu umgehen und unnötige Kosten zu vermeiden, empfiehlt sich ein geregeltes Vorgehen!

Die neue Wohnung

Die neue Wohnung ist gefunden und nun kann es gar nicht schnell genug gehen mit dem Umzug. Bevor der Umzugslaster vorfährt, sollte das neue Zuhause gründlich inspiziert werden. Dies geschieht bei der sogenannten Wohnungsübergabe. 

Diese ist vom Gesetzgeber nicht klar definiert, weshalb es oft zu Ungereimtheiten kommt. Es empfiehlt sich, dabei mindestens eine Begleitperson mitzunehmen nach der Devise – vier Augen sehen mehr als zwei!

Checkliste beim Einzug

Damit nach dem Bezug der neuen Wohnung böse Überraschungen ausbleiben, ist auf folgende Punkte ein verstärktes Augenmerk zu richten.

  • Die Funktionstüchtigkeit von Steckdosen, Heizung, Wasserhähnen, Toilettenspülung und Dusche.
  • Ist Schimmelbildung an den Wänden, den Böden oder in den Fensternischen vorhanden?
  • Weist der Bodenbelag nennenswerte Schäden auf oder gehört er vor dem Bezug ausgetauscht?
  • Schließen Türen und Fenster exakt?
  • Befinden sich Einbauten und Möbel in tadellosem Zustand und funktionieren die eventuell zu übernehmenden Elektrogeräte?
  • Sind alle Fliesen noch intakt und die Tapeten in Ordnung? Sind die Wände gleichmäßig gestrichen und sind Bohrlöcher vorhanden?

Was ist beim Auszug zu beachten?

Grundsätzlich obliegen Renovierungsarbeiten dem Vermieter. Sie hängen maßgeblich mit den Vereinbarungen des Mietvertrages zusammen, sodass eine Checkliste hier nicht weiterhilft. Beim Auszug aus der alten Wohnung geht es meist um die Beseitigung von Gebrauchsspuren. 

Ob diese Vereinbarungen wirksam sind, wurde in der Rechtsprechung schon eingehend definiert. Wer eine frisch renovierte Wohnung übernommen hat, muss diese üblicherweise beim Auszug ebenfalls frisch renovieren. War die Wohnung unrenoviert, besteht dazu keine Verpflichtung.

Das Übergabeprotokoll

Bei der Wohnungsübergabe bei Einzug empfiehlt es sich, ein Übergabeprotokoll anzufertigen. Hierin wird der Ist-Zustand dokumentiert, sodass beim späteren Auszug keine Ungereimtheiten entstehen, die im schlimmsten Falle als Rechtsstreit enden. 

Oft bietet es sich an, eine Vorabnahme mit dem Vermieter und dem aktuellen Mieter zu vereinbaren, die einige Zeit vor dem eigentlichen Termin der Schlüsselübergabe stattfindet. Gravierende Schäden bei Wasser, Gas und Strom können dann noch vor dem Einzug behoben werden. Im eigentlichen Übergabeprotokoll sind folgende Punkte zu vermerken:

  • Name und Anschrift aller Beteiligten und falls vorhanden, von Zeugen.
  • Die Anschrift des Mietobjekts sowie das Datum der Übergabe und des Ein- bzw. des Auszugs.
  • Alle vorhandenen Schäden und Mängel wie gesprungene Fliesen, fehlende Sockelleisten, Kratzer im Parkett etc.
  • Die Zählerstände von Wasser, Gas und Strom und der Füllstand des Heizöltanks.
  • Die Anzahl der übergebenen Schlüssel für Haustüre, Wohnung, Keller und Briefkasten.
  • Der jeweilige Zustand von “besenrein”, “ordnungsgemäß” oder “vertragsgemäß”.

Unwirksame Klauseln im Mietvertrag

Im Mietvertrag werden die Rahmendaten festgelegt, die bei einer Wohnungsübergabe berücksichtigt werden. Nicht alle Vereinbarungen, besonders bei älteren Vertragswerken, sind mietrechtlich gültig. Es betrifft vor allem die sogenannte Endrenovierungsklausel, bei der der Mieter verpflichtet ist, “in jedem Fall” beim Auszug zu renovieren, auch wenn erst vor Kurzem Schönheitsreparaturen vorgenommen wurden.

Seit 2008 ist auch die Farbwahlklausel nicht mehr wirksam. Dabei konnten die Vermieter darauf bestehen, dass alle Schönheitsreparaturen in hellen, neutralen Farben und Tapeten auszuführen sind. Letztlich sind alle Schönheitsreparaturklauseln unwirksam, die den Mieter verpflichten, dass die Wohnung weiß gestrichen zurückgegeben wird.

Typische Stolpersteine bei der Wohnungsübergabe

Die schon erwähnte Begleitperson ist bei der Wohnungsübergabe auch als Zeuge wichtig. Ihr kommt bei späteren Streitfragen eine entscheidende Bedeutung zu.

Es ist ratsam, während der Übergabe Fotos vom Zustand der Wohnung zu machen. Mieter sollten dabei besonders auf Fensterrahmen, Einbauküche, Teppichböden und Armaturen in Bad, WC und Küche achten. Beim Auszug dann muss der Schlüssel persönlich beim Vermieter oder der Hausverwaltung abgegeben werden. Es empfiehlt sich, auf eine Empfangsbestätigung zu bestehen.

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