Reiserecht: Minderung des Reisepreises


Reiserecht: Minderung des Reisepreises

Ein entspannter Urlaub sollte es werden. Aber verschmutztes Meerwasser und ein verschimmelter Pool ließen die Reise eher zu einem Horrortrip werden. Solche Mängel muss man sich aber nicht gefallen lassen, entscheiden immer mehr Gerichte.

Reiserecht: Minderung des Reisepreises

Ein entspannter Urlaub sollte es werden. Aber verschmutztes Meerwasser und ein verschimmelter Pool ließen die Reise eher zu einem Horrortrip werden. Solche Mängel muss man sich aber nicht gefallen lassen, entscheiden immer mehr Gerichte.

In solchen Fällen können die Touristen vom Veranstalter verlangen, dass der Reisepreis gemindert wird. Und sind die Mängel besonders gravierend, beispielsweise eine Sandflohplage am Strand, haben sie sogar ggf. Anspruch auf Entschädigung – „wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit“, heißt es dann im Juristendeutsch.

Dies berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Fachzeitschrift Reiserecht aktuell. Wenn die Sandflohplage sogar anhaltende gesundheitliche Folgen habe, bestehe zudem ein berechtigter Anspruch auf ein angemessenes Schmerzensgeld.

Rechtssprechung zur Minderung des Reisepreises

Für das verschmutzte Meerwasser, das außerdem voller Quallen war, hielt ein Gericht in einem kürzlich verhandelten Fall eine Reisepreisminderung um 20 Prozent für gerechtfertigt. Anders als vorher das Amtsgericht sah die höhere Instanz auch die Sandflohplage als erheblichen Mangel an, für den ebenfalls 20 Prozent Preisminderung verlangt werden dürften. Schließlich sei ein Badeurlaub unter solchen Bedingungen kaum noch möglich.

Die Richter sprachen den Urlaubern außerdem auch noch eine Entschädigung von sage und schreibe 1804 Euro zu. Die Reise sei eindeutig „erheblich beeinträchtigt“ gewesen. Weil die Ehefrau noch nach dem Urlaub wegen der Folgen der Flohbisse ärztlich behandelt werden musste, bekam sie darüber hinaus auch noch ein Schmerzensgeld von 500 Euro zugesprochen.

Fazit: Die Gerichte urteilen in punkto Urlaubsklagen immer verbraucherfreundlicher. Es kann sich also durchaus lohnen, Mängel in der schönsten Zeit des Jahres, von denen nichts im Prospekt gestanden hatte, zu beanstanden und notfalls gerichtlich Erstattungen durchzusetzen.

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